28. – 30. APRIL 2023

Hochstamm Deutschland e.V. ist Träger

Tag der Streuobstwiese 2021 & 2022

Am 30. April 2021 wurde der Tag zum ersten Mal gefeiert. Wir waren überwältigt, wie viele Menschen unserem gemeinsamen Aufruf gefolgt sind und Aktionen ins Leben gerufen, daran teilgenommen oder auf die Streuobstwiesen aufmerksam gemacht haben! Am darauffolgenden Tag der Streuobstwiese am 29. April 2022 wurden unglaubliche 100 Aktionen und Events in ganz Europa organisiert.

Grußbotschaften aus ganz Europa

„Das übergeordnete Ziel von Hochstamm Deutschland e.V. ist der Erhalt durch Nutzung. Wir sehen im Tag der Streuobstwiese ein Instrument, auch damit Verbraucher und Verbraucherinnen verstärkt für 100%-Streuobst-Produkte sensibilisiert werden und diese auch kaufen.“

„Blühende Streuobstbäume sind wie ein Paradies auf Erden. Der Tag der Streuobstwiese ist wie der Muttertag für die Biodiversität und der Vatertag für unseren Lebensraum und unsere Kulturlandschaft! Er ist das beste Bekenntnis für Nachhaltigkeit und soll das Bewusstsein für Produkte aus Streuobst stärken.“

„Streuobst bietet spannende Erlebnisse – das ist für Jedermann und -frau etwas dabei. Streuobst bietet besondere Produkte mit teils jahrhundertealten Rezepturen wie beispielsweise Cider oder Perry (Birnenmost).“

„Ausgeblendet wird bei der Diskussion um die Intensivierung der Landwirtschaft auf EU-Ebene, dass die großen planetaren Krisen unsere Ernährungssicherheit stark bedrohen. Wir müssen daher endlich gegen die Naturkrise ansteuern. Dabei sind naturnahe, hochstämmige Streuobstwiesen ein gutes Beispiel, um Naturschutz und Landnutzung unter einen Hut zu bringen.“

„Hallo, ich bin Sonja Golc. Liebe Streuobstliebhaber, ich sende Ihnen Grüße aus Slowenien – aus der Gegend von Haloze im nordöstlichen Teil Sloweniens. Haloze ist ein hügeliges Gebiet mit steilen Hängen mit vielen Weinbergen und auch Streuobstwiesen.

In unserem Naturpark Haloze – Čerinovo haben wir das Gestrüpp entfernt und in einem Teil des Gebietes eine Weide für die Tiere angelegt, in einem anderen Teil haben wir mehr als 200 Bäume alter lokaler Obstsorten (Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und andere) gepflanzt. Das waren Aktivitäten des Projekts LIFE TO GRASSLANDS im Zeitraum zwischen 2019-2020. Die Bäume wurden im Jahr 2020 gepflanzt, unser Streuobstbestand ist also noch sehr jung. Wir freuen uns darauf, den Europäischen Tag der Streuobstwiese mit unserer Veranstaltung diesen Freitag zu unterstützen (wie auch schon im letzten Jahr). Wir werden verschiedene Arbeiten in jungen Streuobstbeständen zeigen.

Vielen Dank für die Einladung und noch einen schönen Tag und einen noch schöneren Tag der Streuobstwiese. Und hier ist der Link zu einigen Fotos vom Aufbau unseres Naturparks Haloze-Čerinovo.“

 

„Südwestlich von Paris liegt das Tal der Yvette. Aus einem Agenda-Prozess ist eine Gruppe Ehrenamtlicher entstanden, die sich für den Erhalt und die Steigerung der Biodiversität sowie für den Erhalt der einzigartigen Landschaft engagieren. Neben Imkerei und Landschaftspflegemaßnahmen beschäftigen wir uns vor allem mit dem Thema Streuobst. Dazu gehört die Entbuschung ehemaliger Streuobstbestände und die Pflege der alten Bäume. Wir legen aber auch aktiv neue Streuobstflächen an und unterrichten Akteure über Pflanzung, Pflege und Veredelung von Streuobstbäumen. In unseren Streuobstflächen führen wir regelmäßig Führungen, Pflanz- und Schnittkurse durch und feiern natürlich auch mit den herrlichen Produkten von den mittlerweile wieder über 50 verschiedenen Sorten.

Wir freuen uns, Teil des europäischen Streuobst-Netzwerks zu sein und hoffen auf einen großen Wissens- und Erfahrungsgewinn, um hier vor Ort das notwendige Fachwissen und Knowhow zum Erhalt von Streuobst weitergeben zu können.“

Website: https://m.facebook.com/yvettevalleeentransition/

„Wir sind ein kleiner landwirtschaftlicher Betrieb in der wunderschönen Toskana und stellen u.a. eigenes Olivenöl her und vermarkten es. Die – auch bei den Touristen – besonders beliebte, wunderschöne Landschaft der Toskana hat nicht zuletzt ihren aktuellen Charakter durch den Streuobstanbau. Denn auch Olivenbäume gehören zu den europäischen Streuobstbeständen. Sie sind mit einer eigenen, ganz besonders hohen Biodiversität verbunden, denn die Olivenhaine stellen einen eigenen, ganz besonderen Lebensraum dar. So werden die Oliven bei uns seit Jahrhunderten auf Flächen angebaut, die mit Trockensteinmauern in einer besonderen Bauweise eingefasst sind. Hieraus ergibt sich ein einzigartiger Lebensraum mit einem besonderen Biotop und Mikroklima. Für den Erhalt ist natürlich nicht nur die Nutzung über das besonders leckere Olivenöl wichtig, sondern auch reichlich Fachwissen – nicht nur beim Anbau der Olivenbäume, sondern auch beim Erhalt der einzigartigen Trockensteinmauern.“

Mail: tenutalapieve@libero.it

„Mit über 180 Sorten irischer Apfelbäume auf rund 11 Hektar sind wir Irlands führender Züchter von zertifizierten Bio-Apfelbäumen. Jedes Jahr bauen wir eine große Auswahl an Sorten an und stellen sie der Öffentlichkeit als wurzelnackte und eingetopfte Bäume zur Verfügung. Unsere wurzelnackte Verkaufssaison beginnt jedes Jahr im Oktober und wir haben das ganze Jahr über eine Auswahl an Topfbäumen. Unsere Ziele sind die Erforschung, Sammlung, der Schutz und die Bereitstellung sowie die Kuratierung von Irlands nationaler Apfelbaumsammlung. Wir stellen die Apfelbaumsorten Landwirten, Schulen, Gemeindegruppen, traditionellen Obstbauern, Hausgärtnern und Unterstützern zur Verfügung, damit sie anbauen und die vielen Vorteile ernten können, die nicht nur der Anbau eigener Lebensmittel mit sich bringt, sondern auch zum Schutz der biologischen Vielfalt Irlands und des Lebensmittelerbes beiträgt und letztlich unsere Ernährungssicherheit. Allein die Obstplantagen auf unserem Gelände in Co Clare ermöglichen es Irland, seine europäischen Verpflichtungen im Bereich der Erhaltung und nachhaltigen Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen in Ernährung und Landwirtschaft zu erfüllen.  Unser DNA-Fingerabdruck- und Analyseprojekt zieht seine Schlussfolgerungen. Nach einiger Verzögerung haben wir nun Daten für alle Bäume aus drei Genbanken der Irish Seed Savers Association, des University College Dublin und des Agriculture, Food and Bioscience Institute in Loughgall Armagh erhalten. Wir haben die Daten in ein anwendbares Format konvertiert und sie verwendet, um eine gründliche Erhaltungsstrategie zu informieren. Aus Sicht des europäischen Genressourcen- und Lebensmittelschutzes wissen wir jetzt, was uns gehört, was wir endlich als einzigartig irisch aufhängen können und was wir tun müssen, um jede Sorte langfristig effektiv in einer nationalen Apfelsammlung zu erhalten.

Nach dem Beispiel von Deutschland und Österreich wollen wir uns auch in Irland auf den Weg zur Anerkennung des Streuobstanbaus als Immaterielles Kulturerbe machen.“

Website: https://irishseedsavers.ie

Video der Pressekonferenz

Fotographen Titelfotos: Andrea Letsch, Rudolf Schneider, Angela Hammer, fullnessdesign, Manfred Wolf